Meilensteine in der Geschichte der Bahnstation Winnenden seit 1876

Der nächste Streckenabschnitt zwischen Backnang und Murrhardt wurde am 11. April 1878 eröffnet. Ab 15. Mai 1880 war die Murrbahn dann von Waiblingen bis Hessental durchgängig befahrbar. Zur Erschließung der eisenbahnfernen Gebiete entstanden bereits vor dem Ersten Weltkrieg erste Omnibuslinien. Genannt sei die Kraftbetriebsgesellschaft Winnenden-Oppelsbohm.

42 150 J. Eisenbahn_1910 ca Buchenbachbrücke

Eisenbahnbrücke über den Buchenbach, um 1910. Im Hintergrund ist Winnendens Nachbargemeinde Leutenbach zu sehen. Foto: Heinrich Weber.

Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv
44 150 J. Eisenbahn_1912 ca Personenwagen Oppelsbohm

Passagiere und Fahrer vor dem Personenwagen der Kraftbetriebsgesellschaft Winnenden-Oppelsbohm, um 1912. Foto: Heinrich Weber.

Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv
43 150 J. Eisenbahn_1910 ca Reisende vor Bahnhof

Reisende vor dem Bahnhofsgebäude, um 1910. Foto: Heinrich Weber. 

Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv
45 150 J. Eisenbahn_1913 ca Bahnhofsbereich

Bahnhofsbereich um 1913. Foto: Heinrich Weber.

Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv

Vor dem Krieg wurde auch mit Planungen für eine Erweiterung des Bahnhofs Winnenden begonnen. Details diesbezüglich gehen hervor aus einer Vereinbarung zwischen der Bauinspektion Hall und der Stadtgemeinde Winnenden vom 24. Januar 1914 sowie zwei späteren Nachträgen. Unter anderem sollte die Bahnbrücke über den Zipfelbach und die Schwaikheimer Straße „zur Ueberführung von zwei weiteren Gleisen neben dem vorhandenen Gleis auf der nördlichen Seite erbreitert“ werden. Ende September 1915 waren sämtliche neuen Anlagen fertiggestellt. Lediglich die Anpflanzung einer Hecke auf dem Schutzdamm stand noch aus, die mutmaßlich bis Frühjahr 1916 nachgeholt wurde. Einschränkungen durch den Krieg traten bei den Arbeiten nicht auf. Insgesamt blieb die Murrbahn währenddessen von Schäden verschont.  

46 150 J. Eisenbahn_1913 Plan Stationserweiterung

Ausschnitt aus dem Grunderwerbungsplan der Bauinspektion Hall zur Stationserweiterung Winnenden vom Dezember 1913.

Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, E 79 I Bü 1764

In einer Denkschrift vom 16. September 1931 forderte der Verkehrsverband für die Murrbahn, der seinen Sitz in Backnang hatte, den Vollausbau und die Elektrifikation der Strecken Stuttgart-Crailsheim und Bietigheim-Backnang. Im Kapitel „Wirtschaftliches“ heißt es: „Winnenden und Umgebung haben einen sehr starken Arbeiterverkehr nach Cannstatt, Stuttgart und Untertürkheim. Alle diese Arbeiter sind auf pünktlichen Lauf der Züge, sowie auf Berücksichtigung des jeweiligen Arbeitsbeginns angewiesen. In beiden Beziehungen erweist sich der eingleisige Betrieb allzu oft als das entscheidende Hindernis.“ Beklagt wurde überdies eine zunehmende „Abwanderung auf den Kraftwagen“.

47 150 J. Eisenbahn_1922 ca Bahnhof von hinten

Blick auf das Bahnhofsgebäude, den Güterschuppen und die Gleisanlagen, um 1920. Foto: Eugen Weber.

Original: Feuerwehrmuseum Winnenden. Digitalisat: Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv
41 150 J. Eisenbahn_1910 Zipfelbachbrücke

Eisenbahnbrücke über den Zipfelbach 1910. Foto: Heinrich Weber.

Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv
48 150 J. Eisenbahn_1945 Zerstörte Zipfelbachbrücke

Die Zipfelbachbrücke wurde am Abend des 20. April 1945 gesprengt. Foto: Eugen Weber.

Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv

Am Abend des 20. April 1945, kurz vor der Besetzung Winnendens durch Soldaten der 100. US-Infanteriedivision, wurde die Zipfelbachbrücke durch Angehörige der deutschen Wehrmacht gesprengt. In einem 1948 verfassten Bericht des Bürgermeisteramts Winnenden an das Statistische Landesamt von Württemberg-Baden über die letzten Kriegstage steht geschrieben: „Eine Notbrücke machte es möglich, dass der Zugverkehr nach Stuttgart am 1. Juli 1946 wieder aufgenommen werden konnte.“ Die Zipfelbachbrücke war wohl schon im Februar 1946 fertiggestellt. Der Wiederaufbau des ebenfalls zerstörten Viadukts bei Neustadt dauerte dagegen länger.

Am 2. Oktober 1949 erfolgte die Aufnahme des elektrischen Zugbetriebs zwischen Stuttgart-Bad Cannstatt und Waiblingen. Es war die erste Strecke, die nach dem Zweiten Weltkrieg von der neugegründeten Deutschen Bundesbahn elektrifiziert wurde. In der ersten Hälfte der 1960er-Jahre kam es dann zum zweigleisigen Ausbau des Streckenabschnitts Waiblingen-Backnang der Murrbahn, wobei ebenfalls auf elektrischen Zugbetrieb umgestellt wurde. 

49 150 J. Eisenbahn_1953 Einfahrender Zug

Bahnhof Winnenden 1953: Einfahrender Zug und wartende Reisende. Foto: Hans Wagner.

Original: Privatsammlung Werner Wagner, Winnenden. Digitalisat: Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv
50 150 J. Eisenbahn_1964 Eisenbahnbrücke Buchenbach

Der Neubau der Buchenbachbrücke erfolgte im laufenden Bahnbetrieb, 1964. Foto: Privat. 

Original: Privatsammlung Kurt Eble, Schwaikheim. Digitalisat: Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv
51 150 J. Eisenbahn_1965 ca Buchenbachbrücke

Die neue Buchenbachbrücke, aufgenommen um 1965. Damals führte die Kreisstraße Winnenden-Leutenbach noch nicht unter ihr hindurch. Foto: Oskar Kober.

Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv

Das Bauprojekt war sehr aufwändig. Die Winnender Zeitung kündigte am 27. April 1963 an: „Im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Murrbahn muß die bestehende Eisenbahnbrücke beim Bahnhof Winnenden über den Buchenbach abgebrochen werden. An deren Stelle wird eine neue Brücke errichtet, über die zwei Gleise führen werden. […] Die Arbeiten erfordern größte Vorsicht, da der Zugverkehr nicht unterbrochen werden soll.“ Die neue moderne Überführung war 1965 fertig. „Gleichzeitig“, so beschreibt es ein Beitrag im Wochenblatt vom 21. Oktober 1976, „wurde unter Aufhebung des schienengleichen Bahnübergangs in der Leutenbacher Straße die Kreisstraße Winnenden-Leutenbach gebaut und unter dieser Brücke diese Straße verlegt.“

Ab 22. September 1965 standen die neuen elektrischen Fahrleitungsmasten unter Hochspannung. Zwei Tage später fand auf dem Abschnitt Waiblingen-Backnang die Einweihung des elektrischen Zugbetriebs und des zweiten Streckengleises statt. Über die Eröffnungsfeier auf dem Winnender Bahnhof wusste die Lokalzeitung am 25. September Folgendes zu berichten: „Feierliche Marschmusik, die sich mit den Jubelrufen der Zuschauer, die in die Hunderte zählten, mischten, und winkende Arme begrüßten am Freitagmorgen den Sonderzug mit den Ehrengästen, der langsam auf Gleis 1 des Winnender Bahnhofs einrollte. […] Bürgermeister Schwab sagte, daß die Bevölkerung froh und glücklich darüber sei, daß der zweigleisige Ausbau der Strecke wenigstens bis Backnang erfolgt sei, weshalb er den Dank dafür an die Deutsche Bundesbahn und an das Land Baden-Württemberg, das dieses Projekt wohlwollend unterstützt habe, aussprechen wolle.“   

83 150 J. Eisenbahn_1965 Stelltisch

Bahnhof Winnenden: Stelltisch, November 1965. Foto: Hans Noller.

Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, PL 723 Bü 53
54 150 J. Eisenbahn_1967 ca Buchenbachbrücke

Diesellok auf der neu errichteten Buchenbachbrücke, nach 1967. Foto: Oskar Kober.

Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv
52 150 J. Eisenbahn_1965 Vor Eröffnung WZ

Am 18. September 1965 kündigte die Winnender Zeitung die Inbetriebnahme der elektrischen Fahrleitungen an.

Stadtarchiv Winnenden
53 150 J. Eisenbahn_1965 Nach Einweihung WZ

Großer Bahnhof für die moderne E-Lok, die am 24. September 1965 einen Sonderzug über den zweigleisig ausgebauten und elektrifizierten Streckenabschnitt Waiblingen-Backnang in den Bahnhof Winnenden zog. Einen Tag später berichtete die Lokalzeitung darüber.

Stadtarchiv Winnenden
55 150 J. Eisenbahn_1970 Sonderzug Albertville

18. Mai 1970: Verabschiedung der Gäste aus der französischen Partnerstadt Albertville am Winnender Bahnhof. Sie waren mit einem Sonderzug gekommen. Foto: Oskar Kober.

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Sonderzüge verkehrten nicht nur bei der Eröffnung von Bahnstrecken oder der Einweihung von Neuerungen, sondern auch aus anderen Anlässen. Genannt sei die Städtepartnerschaft zwischen Winnenden und Albertville. So fuhr im Mai 1969 ein Sonderzug mit 417 Winnender Teilnehmern nach Albertville. An Pfingsten 1970 kamen rund 700 französische Gäste per Bahn zum Gegenbesuch in die schwäbische Stadt.  

Mitte der 1970er-Jahre endete der Dampfbetrieb auf der Murrbahn. Und 1981 erhielt Winnenden Anschluss an die S-Bahn, rückte damit näher an die Landeshauptstadt Stuttgart heran. Am 26. September gab es wiederum eine Eröffnungsfeier mit Musik und einer Rede des Stadtoberhaupts, Oberbürgermeister Karl-Heinrich Lebherz. Besonderheit damals: In Anbetracht der 800-Jahrfeier der urkundlichen Ersterwähnung Winnendens wurde an vergangene Zeiten erinnert. „Damen und Herren in historischen Kostümen präsentierten den köstlichen Rebensaft in zinnernen Bechern“, heißt es in der Winnender Zeitung vom 28. September. 

56 150 J. Eisenbahn_1970 ca Fahrender Dampfzug

Dampfzug auf dem Weg in Richtung Backnang, um 1970. Foto: Oskar Kober.

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57 150 J. Eisenbahn_1981 Eröffnungsprogramm WZ

Bekanntmachung von Einzelheiten zur S-Bahn-Eröffnung in der Winnender Zeitung vom 25. September 1981.

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60 150 J. Eisenbahn_1981 Nachbericht WZ

Zwei Tage nach der Eröffnungsfeier berichtete die Winnender Zeitung über den Ablauf.

Stadtarchiv Winnenden
61 150 J. Eisenbahn_1996 Neue Fahrradstellplätze

Neue Fahrradabstellplätze auf dem Gelände der Deutschen Bahn in Winnenden, Februar 1996. Foto: Peter Holub.

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Aus den 1990er-Jahren sind zwei Ereignisse erwähnenswert, die nur die Bahnstation Winnenden betrafen. Im Februar 1996 wurde die Zahl der Fahrradabstellplätze auf dem Gelände der Deutschen Bahn erweitert. Und am 19. September 1997 fand in Anwesenheit des baden-württembergischen Verkehrsministers Hermann Schaufler die Einweihung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) statt. Bezüglich des Bauvorhabens zitiert das Amtsblatt „Blickpunkt“ vom 24. September aus der Rede von Oberbürgermeister Bernhard Fritz: „Es wurden 8 Buswarteplätze, ein Sonderbushalteplatz und ein weiterer Halteplatz angelegt. Ergänzend dazu wurden Taxen-, Kurz- und Behindertenparkplätze geschaffen. Bei den Bushalteplätzen gibt es 3 doppelseitige und eine geschlossene Wartehalle, dazu eine behindertengerechte WC-Anlage.“

In den 2000er-Jahren waren weitere Investitionen in Maßnahmen der Barrierefreiheit zu verzeichnen. 2003 wurde ein neuer Übergang über die Gleise errichtet und auf beiden Seiten mit einem Aufzug versehen. Am 29. Oktober nahmen Winnendens Oberbürgermeister Fritz, der Erste Landesbeamte des Rems-Murr-Kreises, Bernd Friedrich, und der stellvertretende Leiter des Bahnhofsmanagements Stuttgart der DB Station § Service AG, Achim Huf, die beiden neuen Anlagen in Betrieb. 

65 150 J. Eisenbahn_2000 Bahnhofsvorplatz

Blick auf Bahnhofsgebäude, Vorplatz, Omnibusbahnhof und Schuppen, aufgenommen 2000. Foto: Werner Heincke.

Stadtarchiv Winnenden, Bildarchiv